Religionspädagogik
in Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder

 „Die Erzieherinnen beantworten die Fragen der Kinder nach Gott, nach Leben und Tod, Freude und Leid auf der Basis ihres katholischen Selbstverständnisses. Christliche Feste und Bräuche sind dabei wichtige Elemente, die das Leben bereichern und Orientierung bieten.“

Diese Aussagen sind für die Katholischen Kindertageseinrichtungen Auftrag und Verpflichtung. Was sind Grundlagen und Elemente der religionspädagogischen Arbeit? (Bischof Franz Kamphaus)

Kinder annehmen

Jesus hat die Kinder zu sich gerufen, sie „in die Mitte gestellt“. Dabei wurde nicht nach Leistung/en gefragt, sie wurden mit ihrem „Kindsein“ und in ihrer Individualität an- und ernstgenommen. Bereits mit dieser Annahme kommen religiöse Werte zum Tragen. Mit ihrer Neugierde, ihrem Vertrauen und ihrer Glaubensstärke können Kinder aber auch uns Erwachsenen Vorbild sein 

Kindern Vorbild sein

Wir können und sollen Vorbild für die Kinder sein. In unserer Rolle als Erziehende und Lehrende orientieren sich Kinder an unserem Reden und Handeln. Der Glaube und seine heilbringende und lebensstützende Kraft kann nur durch ein „glaubwürdiges“ Zeugnis vermittelt werden.

Mit Kindern auf dem Weg des Glaubens sein

Mit dem Glauben ist - im wahrsten Sinne des Wortes - niemand jemals „fertig“. Suchen und entdecken, zweifeln und hoffen, umkehren und weitergehen usw. gehören zum Lebensweg der Menschen. Dies geschieht am besten in der Gemeinschaft, bei der man sich gegenseitig (unter)stützt. Eine solche Gemeinschaft - und damit auch Gemeinde - ist der katholische Kindergarten: ein „Lern-Ort“ des Glaubens für Kinder und Erwachsene.

Mit Kindern von Gott reden

Kinder stellen Fragen nach „Gott und der Welt“. Hier benötigen sie Hilfestellungen, Deutungen und Erklärungen, um für sich ein tragfähiges Lebens- und Gottesbild entwickeln zu können, das ihnen Kraft, Sicherheit und Orientierung geben kann. So soll Gott als liebender und unterstützender Begleiter vermittelt und erfahrbar werden.

Mit Kindern beten

Im Gebet wenden sich die Kinder mit ihrem Dank, ihren Wünschen und Hoffnungen, aber auch mit ihren Ängsten und Sorgen an Gott und erfahren hierdurch Kraft und Verbundenheit. In Alltagssituationen wird schwerpunktmäßig das freie Gebet gewählt, aber auch angeleitete, bekannte Gebete finden Verwendung. Entsprechend werden Texte vorgetragen oder gemeinsam gesprochen. Die große Bandbreite schöner religiöser Kinderlieder kann auch zu den Gebetsformen des Lobens, Preisens und Dankens gezählt werden.

Kindern von Jesus erzählen

Die frohe Botschaft von Jesus, sein Leben, Leiden und Sterben und seine Auferstehung werden den Kindern als zentrale Grundlagen unseres Glaubens durch biblische Geschichten vermittelt. Hier gibt es viele Möglichkeiten: Vorlesen und Erzählen, Betrachten (Bilderbücher, Dias), Nachspielen (Rollen-, Theaterspiel), Singen, Tanzen und Meditieren tragen zum Erkennen und Verstehen bei.

Mit Kindern Werte entdecken

Soziales Miteinander muss gelernt, erprobt und eingeübt werden. In einer Welt, in der sich durch Rücksichtslosigkeit, Egoismus und Gewalt ständige Bedrohungen ergeben, sollte die Vermittlung von Werten, die der christliche Glaube in den Geboten der Nächstenliebe vorgibt, Schwerpunkt der Erziehung sein. Dies geschieht in der Katholischen Kindertageseinrichtung im Alltag auf vielfältige Weise. In der Gemeinschaft - unter Mitwirkung der Kinder - kann im Spiel, bei Gesprächen und Aktivitäten gelernt werden, zu helfen, zu teilen, zu streiten und sich wieder zu vertragen, Toleranz, Respekt und Achtung vor Gottes Schöpfung zu entwickeln.

Mit Kindern unterwegs zur Kirche sein

Über die kleine Gemeinschaft der Gruppe und der Einrichtung können Kinder die Kirchengemeinde und die große, universelle Gemeinschaft der Gläubigen erfahren, zumindest ein Gespür hierfür entwickeln. Zunächst wird das Kirchengebäude selbst „erkundet“. Kinder erfahren etwas über Formen, Symbole und ihre Bedeutungen. Sie lernen pastorale Mitarbeiter und ihre Aufgaben kennen. Bei Gottesdiensten und durch Kontakte und Aktivitäten mit anderen Gruppen der Pfarrei erleben sie Gemeinde. Auch für die Förderung des Bewusstseins, Teil der Weltkirche zu sein gibt es in der Einrichtung viele Möglichkeiten durch Gespräche, Spiele, Projekte, Bilder, Geschichten, Bastelarbeiten...

Mit Kindern Feste feiern

Als Höhepunkte im Jahresverlauf werden die christlichen Feste gefeiert. Gemeinsam wird sich an Gottes Schöpfung der Welt, das Leben und Wirken von Jesus Christus und an herausragende Menschen in seiner Nachfolge erinnert. Auch hierbei sind vielfältige Formen möglich und der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So werden beispielsweise in vielen Einrichtungen Projekte mit der Gestaltung der Fasten- und Adventszeit (durch Bastelarbeiten mit Symbolen, Rollenspielen und Geschichten, Wortgottesdiensten) durchgeführt. Meist sind die Eltern zur Teilnahme herzlich willkommen, wie überhaupt Eltern und Großeltern zur Mitwirkung auf dem gemeinsamen (Glaubens-)weg motiviert werden. Hierzu gehören auch die Elternabende und Gespräche zu Fragen von Glauben und Religion.

Broschüre

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