Schutzauftrag und Prävention 

Mit der Einführung der §§ 8a und 72a SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfegesetz – im Oktober 2005 hat der Gesetzgeber den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung neu geregelt. Die konkrete Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen in der Praxis erfordern neben den notwendigen Vereinbarungen zwischen dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe (Jugendamt) und den Trägern der Einrichtungen ein Schutzkonzept, aus dem hervorgeht, wie in der Praxis der Sicherung des Kindeswohls nachgekommen wird.

Das Schutzkonzept ist Teil der pädagogischen Konzeption der Einrichtung. Es nimmt Bezug auf die Rahmenordnung: Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz (Amtsblatt des Bistums Limburg, Nr. 11, Seite 445 ff, 01.11.2010), die Ordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen - Präventionsordnung - (Amtsblatt des Bistums Limburg, Nr. 5, Seite 50 ff, 01.05.2011) sowie die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger der Deutschen Bischofskonferenz. Träger, Leitungen und Fachkräfte in den Tageseinrichtungen nutzen das Schutzkonzept und regeln damit innerorganisatorische Abläufe und Maßnahmen. Dieses Schutzkonzept bildet die Grundlagen für eine Vereinbarung nach § 8a Abs. 2 SGB VIII mit dem Jugendamt.

Der Träger ist verantwortlich für die Umsetzung des Schutzkonzeptes und regelt die Zuständigkeiten in seinem Bereich. Träger ist i. d. R. die katholische Kirchengemeinde, die in der Regel durch den Verwaltungsrat vertreten wird. Für die Tageseinrichtung für Kinder ist die Abschätzung des Gefährdungsrisikos nur im Rahmen ihres Leistungsangebots möglich. Die Fachkräfte der Tageseinrichtung für Kinder haben bei den Personensorgeberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinzuwirken, wenn sie diese für erforderlich halten (vgl. § 8a Abs. 2 SGB VIII). Dies erfordert eine gute Kooperation und Vernetzung der Fachkräfte mit Familien unterstützenden Fachdiensten und eine gute Kenntnis der Hilfen für Familien, die außerhalb der eigenen Einrichtung verortet sind (z. B. Hilfen zur Erziehung gem. § 27ff. SGB VIII, Suchtberatung, Familienbildung). Als Träger des staatlichen Wächteramtes nach Art. 6 GG liegt die Fallverantwortung bei Meldung einer Kindeswohlgefährdung durch die Tageseinrichtung beim Jugendamt, auch wenn eine Vereinbarung nach § 8a Abs. 2 SGB VIII getroffen ist.

Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis für Haupt- und Ehrenamtliche

Gemäß § 2 der Präventionsordnung hat das Bistum Limburg die Verantwortung dafür übernommen, "...dass nur Personen mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen betraut werden, die neben der erforderlichen fachlichen auch über die persönliche Eignung verfügen." Um dies sicher zu stellen, ist die Einsichtnahme in das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis bei Haupt- und Ehrenamtlichen eines der notwendigen Instrumente.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite Prävention im Bistum Limburg.

Prävention vor Missbrauch

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